Die Kunst, Grenzen zu überwinden
50 Jahre Herrenknecht: eine unternehmerische Lebensleistung
Als am 4. Juli 2026 mehr als 2.300 Gäste zum Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Herrenknecht AG nach Schwanau kamen, ging es um mehr als ein Unternehmensjubiläum. Gefeiert wurde die Entwicklung eines mittelständischen Unternehmens aus dem Schwarzwald zu einem weltweit führenden Technologiekonzern. Zugleich stand die Lebensleistung eines Ingenieurs und Unternehmers im Mittelpunkt, dessen Name untrennbar mit dieser Entwicklung verbunden ist: Werner-von-Siemens-Ring-Preisträger Martin Herrenknecht.
Die Auszeichnung macht sichtbar, was die vergangenen fünf Jahrzehnte geprägt hat. Martin Herrenknecht hat technische Grenzen nicht als unverrückbar akzeptiert. Er hat sie zum Ausgangspunkt für neue Lösungen gemacht und diese Lösungen mit Beharrlichkeit, Verantwortung und unternehmerischem Gespür in die Praxis gebracht. Aus einer Vision wurde ein Unternehmen, aus Prototypen wurde ein umfassendes Technologieportfolio und aus vielen herausfordernden Projekten entstand Erfahrung, die heute rund um den Globus gefragt ist.
Hightech entsteht an realen Grenzen
Tunnel waren für Martin Herrenknecht nie Selbstzweck. Sie verbinden Menschen und Regionen, schaffen Zugang zu Wasser und Energie, entlasten Städte vom Verkehr und ermöglichen Mobilität dort, wo Berge, Flüsse, Meere oder dichte Bebauung Grenzen setzen. Genau darin liegt die besondere Kraft seiner Ingenieursarbeit: Sie verbindet technologische Spitzenleistung mit einer konkreten gesellschaftlichen Aufgabe.
Die Geschichte von Herrenknecht ist deshalb eng mit Projekten verbunden, die lange als kaum realisierbar galten. Unter Metropolen, Flüssen und Meeren oder in schwierigsten geologischen Formationen musste für jede Aufgabe eine verlässliche Antwort gefunden werden. Innovation entstand dabei nicht losgelöst von der Anwendung. Die Anforderungen der Baustellen wurden zum Impuls für neue Maschinen, neue Vortriebsverfahren sowie präzisere Steuerungs- und Automatisierungssysteme. Die Baustelle wurde zum Entwicklungszentrum.

Das muss besser gehen.
Martin Herrenknecht fasst 1975 den Entschluss, sich selbstständig zu machen.
Vom Erfindergeist zum globalen Technologieunternehmen
Was vor 50 Jahren mit der Vision begann, den Tunnelbau sicherer, schneller und wirtschaftlicher zu machen, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte. Heute kommen Herrenknecht-Maschinen aus Südbaden beim Bau von U-Bahn-Systemen, Eisenbahntunneln, Straßenverbindungen, Wasserleitungen, Energieinfrastruktur und Forschungseinrichtungen zum Einsatz – und das weltweit.
Dieser Weg war weder selbstverständlich noch geradlinig. Er verlangte die Bereitschaft, Risiken einzugehen, aus Rückschlägen zu lernen und für komplexe Aufgaben immer wieder neue Teams und Kompetenzen zusammenzubringen. Die Leistung von Martin Herrenknecht besteht daher nicht allein in einzelnen technischen Entwicklungen und einer reinen Ingenieursleistung. Sie liegt ebenso im Aufbau einer Organisation, die Wissen sammelt, weiterentwickelt und über Generationen hinweg in zuverlässige Lösungen übersetzt.
Technik, die für Menschen wirkt
Die Wirkung dieser Innovationen reicht weit über den Maschinenbau hinaus. Tunnel schaffen Voraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung, nachhaltige Mobilität und eine zuverlässige Versorgung mit Ressourcen. Millionen Menschen nutzen täglich Infrastruktur, die mit Herrenknecht-Technologien gebaut wurde. Technischer Fortschritt erhält seinen Wert dort, wo er Lebensqualität verbessert und langfristige Perspektiven eröffnet.
Dieser Anspruch prägt auch das Selbstverständnis des Unternehmens nach 50 Jahren. Technologie soll reale Probleme lösen. Sie muss sich unter anspruchsvollen Bedingungen bewähren und zugleich verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Martin Herrenknechts Engagement in Wissenschaft, Bildung und gesellschaftlichen Projekten ergänzt dieses unternehmerische Verständnis: Innovation endet nicht am Werkstor.
50 Jahre Zukunft bauen
Das Jubiläum der Herrenknecht AG ist deshalb Rückblick und Auftrag zugleich. Urbanisierung, Klimawandel, Energieversorgung und nachhaltige Mobilität verlangen nach neuen Infrastrukturen und nach Menschen, die technische Möglichkeiten konsequent weiterdenken. Die vergangenen fünf Jahrzehnte zeigen, welchen Beitrag Ingenieurkunst leisten kann, wenn sie mit Mut, Ausdauer und Verantwortung verbunden wird.
Martin Herrenknecht hat aus einer Idee ein weltweit tätiges Technologieunternehmen geformt. Seine Maschinen bauen Tunnel. Seine eigentliche Lebensleistung besteht darin, Grenzen zu überwinden und Verbindungen zu schaffen, die einen echten Mehrwert für die Gesellschaft bringen. Oder, wie es sein Motto auf den Punkt bringt: „Denke positiv, gemeinsam gestalten wir unsere Zukunft.“
