Gemeinsam mit Marie-Elisabeth Makohl gründete Werner-von-Siemens-Fellow Daniel Leidner SEAL Robotics. Die Mission: die Frachtcontainerlogistik mittels Robotikeinsatz zu revolutionieren. Dafür gewannen sie kürzlich eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen US-Dollar.
Aus der Pressemitteilung von SEAL Robotics:
München, 29.01.2026 – SEAL Robotics, ein Münchner Robotik-Startup für die Automatisierung manueller Prozesse in der Terminallogistik von Schiffen und Zügen, hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 2,1 Millionen US-Dollar (rund 1,8 Mio. Euro) abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde vom Creator Fund, beteiligt sind außerdem Auxxo, January Ventures, Marvelous und Stefan Tietze.
Das Unternehmen entwickelt robotische Systeme, die klar definierte, sicherheitskritische und bislang manuell ausgeführte Arbeitsschritte im Containerumschlag übernehmen. Ziel ist es, Terminalbetreiber bei der Stabilisierung ihrer Abläufe zu unterstützen, vor dem Hintergrund steigenden Zeitdrucks, zunehmenden Fachkräftemangels und wachsender Anforderungen an Planbarkeit, Arbeitssicherheit und Zuverlässigkeit.
Fokus auf sicherheitskritische manuelle Prozesse im Containerumschlag
Mit dem frischen Kapital baut SEAL Robotics laufende Pilotprojekte in Nordeuropa und Südostasien aus und bereitet die Einführung seiner ersten robotischen Systeme für das Twistlock Handling* und das Pin Handling* vor. Beide Prozesse gehören zu den zentralen, heute überwiegend manuell ausgeführten und gefährlichen Tätigkeiten bei der Sicherung von Containern auf Schiffen und Zügen.
Automatisierung als Antwort auf Fachkräftemangel und steigenden Leistungsdruck
Die Finanzierungsrunde fällt in eine Phase hoher Nachfrage nach gezielter Terminalautomatisierung. Weltweit sehen sich Terminals mit anhaltendem Personalmangel in operativen Schlüsselrollen konfrontiert, während gleichzeitig ein zunehmend planbarer und effizienter Betrieb erwartet wird. Robotik gewinnt dabei insbesondere dort an Bedeutung, wo körperlich belastende und sicherheitskritische Tätigkeiten bislang kaum automatisierbar waren.
Marie-Elisabeth Makohl, CEO von SEAL Robotics, sagt: „Während meiner Erfahrungen auf einem Containerschiff im Europäischen Nordmeer und dem Nordatlantik habe ich aus erster Hand erlebt, wie körperlich anspruchsvoll und zeitkritisch die Sicherung von Containern ist. Als Robotikerin von der Technischen Universität München hat mich diese Tatsache davon überzeugt, dass Robotik genau dort eingesetzt werden sollte, wo sie im täglichen Terminalbetrieb den größten Hebel hat. Mit der aktuellen Finanzierung konzentrieren wir uns darauf, diese Prozesse robuster zu machen, für die Beschäftigten
vor Ort ebenso wie für den gesamten Betrieb.“
Dr. Daniel Leidner, CTO von SEAL Robotics, ergänzt: „Nach fünfzehn Jahren in der Weltraumrobotik am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt habe ich gelernt, Systeme zu entwickeln, die unter schwierigen Bedingungen zuverlässig funktionieren und sicher aus der Ferne bedient werden können. Viele dieser Prinzipien lassen sich direkt auf Terminals übertragen. Robotik und KI haben heute einen Reifegrad erreicht, der es erlaubt, klar umrissene Prozesse wie Twistlock und Pin Handling mit gleichbleibender Qualität zu automatisieren.“
Jamie Macfarlane, CEO des Creator Fund, kommentiert: „SEAL Robotics ist ein erstklassiges Team, das sich eines kritischen, bislang lange vernachlässigten Problems in der globalen Logistik annimmt. Trotz der enormen Bedeutung des Containerverkehrs werden viele Prozesse in Terminals noch immer manuell ausgeführt. Marie-Elisabeth hat diese Herausforderung aus erster Hand während ihrer Reisen auf Containerschiffen erkannt. Daniel zählt zu den führenden Köpfen der Robotik in Deutschland und bringt umfassende Erfahrung aus seiner Arbeit am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit. Gemeinsam bringen sie modernste Robotik in Terminals, um Prozesse zu modernisieren, die sich über Jahrzehnte kaum verändert haben.“
Standort München und Ausblick auf die nächsten zwölf Monate
SEAL Robotics wurde im September 2025 in München gegründet. Der Standort bietet dem Unternehmen die Nähe zur Technischen Universität München und zum Innovationsnetzwerk UnternehmerTUM sowie eine gute internationale Anbindung. Die Lösungen von SEAL Robotics richten sich dabei nicht nur an nationale wie internationale Seehäfen, sondern auch an Inlandterminals für den kombinierten Bahn- und Binnenverkehr.
In den kommenden zwölf Monaten wird sich SEAL Robotics auf den Einsatz und die Skalierung seiner robotischen Systeme in realen Terminalumgebungen konzentrieren, Engineering und Operations weiter ausbauen und Partnerschaften mit Terminalbetreibern weltweit vertiefen. Ziel ist es, der wachsenden Nachfrage nach zuverlässiger, sicherer und planbarer Automatisierung im Containerumschlag zu
begegnen.
Erläuterungen
Beim sogenannten „Twistlock Handling” werden Container an Bord von Schiffen manuell gesichert und entsichert. Die Arbeiten erfolgen direkt an der Kaikante unter hohem Zeitdruck und bei teils schwierigen Wetterbedingungen. Sie sind körperlich belastend, sicherheitskritisch und stellen einen potenziellen Engpass im Schiffsumschlag dar. „Pin Handling“ ist die Bezeichnung für ein Verfahren, dabei werden Container manuell auf Eisenbahnwaggons gesichert. Die Beschäftigten bewegen sich dafür entlang der teils mehrere hundert Meter langen Züge unter laufenden Krananlagen. Auch dieser Prozess ist körperlich anspruchsvoll und mit erhöhten Sicherheitsrisiken verbunden.
Über SEAL Robotics
SEAL Robotics ist ein 2025 in München von Marie-Elisabeth Makohl und Dr. Daniel Leidner gegründetes Robotikunternehmen. Das Unternehmen ist auf die Automatisierung klar definierter, sicherheitskritischer Prozesse in der Terminallogistik spezialisiert. SEAL Robotics entwickelt robotische Systeme für Tätigkeiten wie das Twistlock-Handling im Schiffsumschlag und das Pin-Handling im Bahnverkehr, die heute überwiegend manuell, körperlich belastend und unter hohem Zeitdruck ausgeführt werden.
Die Lösungen sind für den Einsatz im laufenden Terminalbetrieb ausgelegt und richten sich sowohl an Seehäfen als auch an Inlandterminals für den kombinierten Bahn- und Binnenverkehr. Ziel ist es, Arbeitssicherheit zu erhöhen, Personal zu entlasten und die Planbarkeit sowie Stabilität logistischer Abläufe zu verbessern.
Weitere Informationen unter: https://seal-robotics.com/
