Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Christine Silberhorn

Das Präsidium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn hat in seiner März-Sitzung die diesjährigen Träger des Heinz Maier-Leibnitz-Preises bestimmt. Neben fünf weiteren Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erhielt auch die Jungwissenschaftlerin der Stiftung Dr. Christine Silberhorn, Quantenoptik, Universität Erlangen-Nürnberg, den wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.

Die sechs Preisträgerinnen und Preisträger waren zuvor vom zuständigen Auswahlgremium unter 76 Kandidatinnen und Kandidaten nominiert worden.

DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner sagte anlässlich der Entscheidung, dass „die Preisträgerinnen und -träger dieses Jahres [..] einmal mehr [zeigen], wie Nachwuchsforscher schon in jungen Jahren mit exzellenten Forschungsarbeiten ein beeindruckendes eigenständiges Profil entwickeln können.“

Zur weiteren Förderung dieses eigenständigen wissenschaftlichen Profils wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis seit 1977 jährlich an herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben. Der Preis ist mit jeweils 16.000 Euro dotiert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt werden.

Würdigung der DFG

Dr. Christine Silberhorn (33), Quantenoptik, Universität Erlangen-Nürnberg

Äußerst breit angelegte Interessen und Themen sowie vielfältige internationale Erfahrungen zeichnen die bisherige Forschungsarbeit von Christine Silberhorn aus, die auf dem Gebiet der experimentellen Quantenoptik innerhalb weniger Jahre hohes Renommée errungen hat. Während des Studiums etwa befasste sie sich mit hochabstrakten Themen aus der Topologie, ihre Dissertation behandelte dann bereits ein gänzliches anderes Gebiet, die Quantenkryptographie. Vor allem auf dem schnell voranschreitenden und wissenschaftlich entsprechend hart umkämpften Gebiet der Quanteninformationsverarbeitung konnte sich Christine Silberhorn herausragend positionieren. Dabei galt ihr besonderes Interesse der Frage, wie sich Quanteninformationen auch mit Licht verarbeiten und übertragen lassen, was für jedes mögliche künftige Quantencomputing von zentraler Bedeutung ist. Statt der hier üblicherweise verwendeten diskreten Variablen setzte Silberhorn sogenannte „kontinuierliche“ Variablen ein und entwickelte damit eine weithin beachtete Alternative. Diese Arbeiten setzt Silberhorn inzwischen als Leiterin einer selbstständigen Max-Planck-Nachwuchsgruppe fort, in der sie, selbst noch Nachwuchswissenschaftlerin, ihre erfolgreiche Forschungstätigkeit mit der Ausbildung junger Forscherinnen und Forscher verbindet.

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