Werner-von-Siemens-Ring für Jens Frahm

(Bild: Frank Vinken / Max-Planck-Gesellschaft)

Jens Frahm erhält Werner-von-Siemens-Ring für medizinische Magnetresonanztomographie

MRT ist heute ein etabliertes Diagnoseverfahren und verbessert so für viele Menschen die medizinische Versorgung erheblich.

Der Werner-von-Siemens-Ring wird in diesem Jahr an den Physiker Prof. Dr. Jens Frahm verliehen für seine Entwicklungen in der medizinischen Magnetresonanztomographie (MRT). Frahm schaffte die Grundlage für eine erfolgreiche Überführung der MRT-Technologie in die breite, klinische Anwendung – ein völlig neues Bildgebungsverfahren in der Medizin – und ermöglicht heute über 100 Millionen Untersuchungen pro Jahr. MRT verbessert seitdem die medizinische Versorgung von Menschen in erheblichem Maße.

Der Rat der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring vergibt diese Auszeichnung alle zwei Jahre an Personen, die herausragende Lebensleistungen in technischer Forschung und Entwicklung erbracht haben. Die Verleihung des 39. Werner-von-Siemens-Rings findet am 11. Dezember 2020 in Berlin statt.

„Wir würdigen damit die enorme Leistung, die Frahm für die medizinische Diagnostik erbracht hat“, erläutert Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und Vorsitzender des Rats der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring.

Über die Auszeichnung

Der Werner-von-Siemens-Ring wird für die Lebensleistung von Naturforschern und Gestaltern der Technik verliehen, die durch ihr Engagement die Wissenschaft gefördert oder durch ihre Forschung der Technik neue Wege erschlossen haben. Mit der Auszeichnung zeigt die Stiftung, wie technischer Fortschritt die Gesellschaft positiv verändert und mit verantwortungsvollem Unternehmertum verknüpft ist.

Bisher haben 37 Preisträger und eine Preisträgerin einen individuell gestalteten Werner-von-Siemens-Ring erhalten, darunter zuletzt Joachim Milberg (2017), Hasso Plattner (2017), Martin Herrenknecht (2015), Manfred Fuchs (2011), Hermann Scholl (2011), Bernard Meyer (2008), und Berthold Leibinger (2005). Die ersten Preisträger waren Carl von Linde (1916), Carl Auer von Welsbach (1920) und Carl Bosch (1924). Alle Preisträger haben technische Errungenschaften erfolgreich in die breite gesellschaftliche Anwendung gebracht.

Der Werner-von-Siemens-Ring wird seit 1916 überreicht. Die in über 100 Jahren entstandene Liste der Preisträger ist ein historisches Abbild der technisch-naturwissenschaftlichen Entwicklungen in Deutschland. Für die neuen Generationen von Forscherinnen und Forschern sind die Träger des Werner-von-Siemens-Rings greifbare Orientierungspunkte und Vorbilder – wie Werner von Siemens selbst.

Über den Preisträger Jens Frahm

Prof. Dr. Jens Frahm ist Physiker und spezialisierte sich früh auf biologische und medizinische Anwendungen. Bereits 1982 leitete er eine Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie zum Thema MRT, auch Kernspintomographie genannt. Er habilitierte 1994 an der Universität Göttingen und wurde im Jahr 1997 zum außerplanmäßigen Professor an die dortige Fakultät für Chemie berufen.

Jens Frahm kam auf die entscheidende Idee, für jede der sehr vielen Einzelmessungen eines MRT-Bildes immer nur einen Teil des verfügbaren MRT-Signals zu nutzen. Mit diesem physikalischen Trick, dem FLASH-Verfahren, konnte er die Pausen zur Signalerholung vollständig eliminieren und die Messzeit um das Hundertfache beschleunigen. Damit verhalf er der MRT-Technik zum Durchbruch in der medizinischen Anwendung.

Zur Stiftung Werner-von-Siemens-Ring

Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring setzt sich seit mehr als 100 Jahren dafür ein, mit Naturwissenschaft und Technik dazu beizutragen, Grenzen zu überwinden, Brücken zu bauen und gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Denn nur mit Technikforschung werden wir eine lebenswerte Welt gestalten und verwirklichen können.

Ziel der Stiftung ist es daher, dass die Menschen in unserer Gesellschaft die notwendige Verbindung von wissenschaftlicher Forschung mit verantwortungsvollem Unternehmertum als Voraussetzung für technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wohlergehen erkennen. Junge Menschen werden ermutigt, eigenständige und auch ungewöhnliche Wege von Forschung hin zu technischen Innovationen und Unternehmensgründungen zu gehen. Die Menschen in unserer Gesellschaft sollen die Potenziale und Chancen des kommenden, noch unbekannten technischen Fortschritts sehen.

Die Mitglieder des Stiftungsrats sind ein Abbild der deutschen Forschungslandschaft, darunter die Ringträgerinnen und Ringträger, die Präsidenten und Vorsitzenden der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).